Ab September 2008 herrscht an den Börsen Ausverkaufsstimmung. Die Notenbanken pumpen fast 150 Milliarden Euro in den Geldmarkt. Die Federal Reserve muss im September 2008 den Versicherungskonzern AIG retten. Die Bundesregierung muss die Hypo Real Estate durch milliardenschwere Kreditbürgschaften retten.
Im Oktober 2008 beschließen die Vereinigten Staaten ein Rettungspaket. In Deutschland befindet sich der DAX im freien Fall. Die Bundesregierung einigt sich auf ein 500 Milliarden-Euro-Banken-Rettungspaket. Die USA geben das größte Haushaltsdefizit ihrer Geschichte bekannt.
Die Medien hätten über diese Schreckensnachrichten berichtet und dadurch die Menschen verunsichert und in Panik versetzt, so die Medienjournalisten Christian Meier und Stefan Winterbauer in ihrem Dossier „Die Finanzkrise und die Medien: Nagelprobe für den Wirtschafts- und Finanzjournalismus“. Nur wenig Ursachenforschung sei betrieben worden.
Die meisten Redaktionen hätten Task Forces gegründet, um über die Krise zu berichten.
Am 15. September 2008 meldet die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Konkurs an. Die Formel „too big to fail“ hat sich in diesem Fall nicht bewahrheitet. „Ab diesem Zeitpunkt wurde die Öffentlichkeit und auch den Wirtschaftsmedien das tatsächliche Ausmaß der globalen Finanzverflechtungen erst richtig bewusst“, so die Medienjournalisten Christian Meier und Stefan Winterbauer in ihrem Dossier „Die Finanzkrise und die Medien: Nagelprobe für den Wirtschafts- und Finanzjournalismus“. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/lehman-brothers-muss-konkurs-beantragen;2040059
Ende 2007 gerät die New Yorker Investmentbank Bear Stearns in eine schwere Liquiditätskrise. Diese Entwicklung wirkt alarmierend auf die Berichterstatter in Deutschland. Doch durch die finanzielle Unterstützung der US-Notenbank Federal Reserve wird Bear Stearns im Mai 2008 von der Investmentbank JP Morgan übernommen. „Man beruhigte sich mit der Formel, dass die großen Investmentbanken „too big to fail“ seien“, so die Medienjournalisten Christian Meier und Stefan Winterbauer in ihrem Dossier „Die Finanzkrise und die Medien: Nagelprobe für den Wirtschafts- und Finanzjournalismus“. http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,543053,00.html
Bereits im Jahr 2006 bildet sich auf dem amerikanischen Immobilienmarkt eine Kapitalblase. Viele deutsche Medien nehmen diese Entwicklung wahr, deuten sie aber als ungefährlich für Deutschland. Es herrscht die Ansicht, es sei ein amerikanisches Problem ohne Auswirkungen auf Deutschland und die weltweite Finanzwirtschaft.
Später, im Jahr 2007 werden Wirtschaftsjournalisten auf die Probleme von Fannie Mae und Freddie Mac, zwei halbstaatliche US-Immobilienfinanzierer, aufmerksam. Zwar erkennen einige Medien die Gefahr für die Weltwirtschaft, die meisten aber unterschätzen die Risiken.
http://en.wikipedia.org/wiki/United_States_housing_bubble
Bereits im Juni 2003 warnt der Sachbuchautor und Kapitalschutz-Experte Günter Hannich, in einem Fernsehinterview mit n-tv vor einer Deflation. In dem Interview beschreibt er, dass eine Überschuldung insbesondere im Immobiliensektor zu einem weltweiten Finanzcrash führen muss und zwar spätestens 2009. http://www.youtube.com/watch?v=LbTDH1Q3UbE