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Created by evgenij_h on Oct 8, 2009
Last updated: 03/11/10 at 05:49 AM
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Fernsehen in den USA zum Massenmedium. 1951 hatten bereits zehn Millionen amerikanische Haushalte ein Fernsehgerät. Das neue Medium wurde zu einer Konkurrenz für die Zeitungen. Seit 1950 wuchs die Leserschaft langsamer als die Bevölkerung. Besonders betroffen vom Fernsehen waren die Abendzeitungen, die durch die Fernsehnachrichten in den Ruin geführt wurden. Dennoch blieben bei den meisten Zeitungen die Einnahmen hoch, die Werbeerlöse brachen nicht ein. Seit 1990 begann die Leserschaft erstmals kontinuierlich zu sinken.
Erst duch die Einführung des Internets scheint die Zeitung zum ersten Mal in ihrer Geschichte nicht mehr brauchbar für viele Leser, die das Internet als alleiniges Informationsmedium nutzen.
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Zwei Namen stehen für den Yellow Journalism: Joseph Pulitzer und William Randolph Hearst.
1882 kaufte Pulitzer die "World" und machte sie durch eine Art von Journalismus populär bei den Lesern. Sex und Crime dominierten die Berichterstattung, auch wenn die Zeitung auch seriös berichtete. Zudem setzte Pulitzer die Konkurrenz finanziell unter Druck; seine Zeitung kostete nur zwei Cent und hatte zwölf Seiten - einmalig auf dem damaligen Zeitungsmarkt. Nur zwei Jahren, nachdem Pulitzer die Zeitung übernommen hatte, war die "World" die Zeitung mit den besten Verkaufszahlen in New York.
William R. Hearst, der die "World" als Student in Harvard gelesen hatte, imitierte ihren Stil, als er 1887 den "San Francisco Examiner" von seinem Vater erbte. Schnell machte Hearst die Zeitung sehr populär und kaufte 1895 den "New York Journal". Beide Zeitungen konkurrierten miteinander um die New Yorker Leserschaft.
Pulitzer und Hearst werden oftmals für den Ausbruch des Spanisch-Amerikanischen Krieges verantwortlich gemacht. Ihre Zeitungen haben sehr ausführlich über die Gräueltaten der Spanier in Kuba, das damals eine spanische Kolonie war, berichtet. Als ein amerikanisches Schiff explodierte, machten die Zeitungen die Spanische Regierung verantwortlich. Auf Druck der Berichterstattung, so viele Experten der amerikanischen Politik, hat der damalige Präsident, William McKinley, den Krieg gegen Spanien angefangen.
http://en.wikipedia.org/wiki/File:USS_Olympia_art_NH_91881-KN_cropped.jpg
Durch den Wachstum auf dem Zeitungsmarkt stieg auch die Konkurrenz, der Druck der Aktualität wuchs. Schnell entwickelten amerikanische Zeitungen Strategien, möglichst aktuell zu ein. Durch Kooperationen versuchten sie möglichst schnell und kostengünstig an die neuesten Nachrichten zu kommen. 1848 bildeten der "Journal of Commerce", "Courier and Enquirer", "Tribune", "Herald", "Sun" und der "Express" die New York Associated Press. Auch schickten viele Zeitungen Korrespondenten nach Europa, denn durch die Erfindung des Dampfantriebs konnten Nachrichten aus Übersee nun schnell über den Atlantik gelangen. Seit 1844 wurde der Telegraph für die Nachrichtenübermittlung in den USA eingesetzt, was die Nachrichtenübermittlung noch schneller machte.
Mit dem geographischen Wachstum des amerikansichen Staates wuchs auch die Zahl der Zeitungen. Gab es um 1800 etwa 200 Zeitungen, waren es 1835 bereits 1200. Nicht immer ging dieser Wachstum mit journalistischen Qualität einher. Oft waren diese Pionierzeitungen, schlecht recherchiert und geschrieben.
http://en.wikipedia.org/wiki/File:NEWS.PNG
Nach dem Unabhängigkeitskrieg wurde die Politik auf die Zeitungen als Massenmedium aufmerksam. Politiker wie Alexander Hamilton veröffentlichten ihre Schriften zuerst in den damals meist wöchentlich erscheinenden Zeitungen.
Der am 4. März 1789 sich erstmals zusammenfindende Kongress, begann eine eigene Publikation herauszugeben, "The Gazette of the United States". Der Sitz der Regierung wurde zum Zentrum der Berichterstattung. Die Republicants und die Feredalists, die beiden politischen Parteien zur damaligen Zeit, nutzten Zeitungen, um in der Bevölkerung ihr Programm zu unterbreiten.
Ein neuer Verlegertyp bildete sich heraus: Ein Mann, der polemisieren kann und durch die eigene meinungsgefärbte Berichterstattung der Zeitung ihr Profil gibt.
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Gazette_of_the_United_States.gif&filetimestamp=20070831015754
Der Unabhängigkeitskrieg (1775 - 1783) wird zu einer großen Herausforderung für die junge amerikanische Presse. Zur Zeit der Unterzeichnung des Friedensvertrages im Jahr 1783 gab es 43 Zeitungen im neu entstandenen amerikanischen Staat. Das sind zwar mehr als zu Beginn des Krieges, als 37 Zeitungen existierten, aber von den 37 Zeitungen hat kaum eine den Krieg überstanden. Alle Zeitungen in den wichtigsten Städten (Boston, New York, Philadelphia) haben während des Krieges die Berichterstattung beendet. Zu groß waren die finanziellen Schwierigkeiten und vor allem der Papiermangel.
Je nachdem, ob die Briten oder die amerikanische Unabhängigkeitskämpfer die Macht über eine bestimmte Region hatten, haben sie dort die Zeitungen der gegnerischen Partei für sich und die eigene Propaganda genutzt. Eine durchgehende Berichterstattung war somit kaum möglich. Zudem erschwerte die schlecht arbeitende Post die Verteilung der Zeitung. Trotzdem spielten die Zeitungen eine wichtige Rolle den Kampfgeist in der Bevölkerung zu stärken. In Leitartikeln, Satiren und Heldenerzählungen versuchten die Verleger ein Nationalgefühl zu wecken. Auch wurden in den Zeitungen Ideen über ein möglichst gutes Staatssystem diskutiert.
Nach dem überstandenen Krieg brachte der Frieden für viele amerikanische Zeitungen den finanziellen Ruin. Denn auch nach dem Krieg verbesserte sich die Situation für die Zeitungen kaum. Die Übermittlung von Informationen blieb schlecht, die Staaten kooperierten nicht immer gut miteinander, was eine überregionale Presse schwierig machte und das Verteilungssystem über die Post funktionierte nur notdürftig. Die Auflagen der Zeitungen betrugen selten mehr als 1000, die Abonnenten zahlten nicht rechtzeitig und die Werbeeinnahmen ware niedrig.
Nach dem Krieg bildete sich für die Zeitung eine neue Aufgabe heraus, nämlich die geistige Nationbildung.
http://en.wikipedia.org/wiki/History_of_American_newspapers
Im August 1721 gründete James Franklin, älterer Halbbruder von Benjamin Franklin, die erste wirklich unabhängige amerikanische Zeitung, "The New England Courant". Besonders innovativ waren die zum damaligen Zeitpunkt unüblichen langen Leitartikel und Satiren, die zum Markenzeichen der Zeitung wurden. Zwei Jahre nach dem Erscheinen wurde Benjamin Franklin Verleger des "Courants", der bis 1726 herausgegeben wurde. Auch verfasste er doch viele eigene Artikel.
http://www.bartleby.com/225/0702.html
Noch zur Kolonialzeit erschien die erste amerikanische Zeitung. Doch schon gleich zu Beginn ihres Erscheinens wurde die von Benjamin Harris herausgegebene Publikation, "Publick Occurrences both Foreighn and Domestick" (Ereignisse im In- und Ausland), vom britischen Gouverneur von Massachusetts verboten, weil Harris die Zeitung ohne eine Lizenz herausgegeben hatte. Die britische Regierung dagegen wollte das Informationsmonopol aufrechterhalten. Die Zeitung wurde von der britischen Kolonialmacht auch deswegen unterdrückt, weil die Zeitung behauptet habe, der französische König würde mit der Frau seines Sohnes ein sexuelles Verhältnis haben.
Vor dieser Zeitung wurden lediglich sogenannte "broadsides" herausgegeben, die aus einer bedruckten Seite bestanden.
http://www.paperage.com/issues/nov_dec2004/11_2004newspapers.pdf

