Die wichtigsten Ereignisse der WWF- und Umweltgeschichte.
Created by kareen2 on Jan 19, 2010
Last updated: 04/18/11 at 11:54 PM
50 Jahre WWF - eine Zeitreise has no followers yet. Be the first one to follow.
Der WWF feiert seinen 50. Geburtstag. In der Schweiz hat er inzwischen 260000 Mitglieder und Gönner und ist die grösste Umweltschutz-Organisation des Landes.
Schlimmste Ölpest der Geschichte im Golf von Mexiko nach der Explosion der Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“: 780 Millionen Liter Rohöl fliessen ins Meer.
Während der ersten „Earth Hour“ im März 2007 gehen in Sydney auf Initiative des WWF Australien während einer Stunde die Lichter aus – als Zeichen für mehr Klimaschutz. Die Aktion findet in den folgenden Jahren in Städten überall in der Welt statt, 2010 gehen in weltweit 4400 Städten in 125 verschiedenen Ländern die Lichter aus. Video: Earth Hour 2011, official video
Wirtschaftswachstum und Energiesparen sollen sich nicht ausschliessen: Dieses Ziel verfolgt der WWF mit der Low Carbon City Initiative in China. Die beiden Pilot-Städte Shanghai und Boading zeigen, wie der Plan umgesetzt werden kann.
Hurrikan Katrina richtet im Südosten der USA schlimme Verwüstungen an. Die ungewöhnlich heftigen Wetterereignisse sorgen dafür, dass der Klimawandel ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts überall zum heftig diskutierten Thema wird.
Bereits im Frühling herrschen in ganz Europa Hitze und Trockenheit. Im August führt das Hoch Michaela schliesslich zu Spitzentemperaturen von 47,4 Grad im südlichen Portugal. Tausende von Menschen sterben, die volkswirtschaftlichen Schäden belaufen sich auf geschätzte 13, 9 Mrd. US Dollar. Wegen dem Klimawandel muss man damit rechnen, dass solch extreme Wetterereignisse häufiger auftreten.
Der WWF startet das grösste Tropenschutzvorhaben überhaupt: Die ARPA-Initiative (Amazon Region Protected Area). Sie setzt sich zum Ziel, 60 Millionen Hektaren des Brasilianischen Amazonas unter Schutz zu stellen - eine Fläche so gross wie Spanien. Bis heute wurde über die Hälfte davon geschützt. Video: Amazonas TV-Spot, WWF Schweiz
Mit Hilfe des WWF kommt ein globaler Vertrag zustande, der die Nutzung schwer abbaubarer organischer Schadstoffe (POPs) und einer Reihe besonders giftiger synthetischer Chemikalien verbietet.
Die Plattform für energieeffiziente Geräte wird mit Hilfe des WWF in Zürich gegründet. Aus dem Schweizer Projekt wird ein bedeutendes internationales Programm zum Energiesparen. Topten gibt es inzwischen in 15 EU-Ländern sowie in China und bald in den USA.
http://www.topten.ch
Der WWF Schweiz hat 210000 Mitglieder. Im Bild: WWF-Magazin von 1999.
Mit dem «Ligurian Sea Cetacean» Schutzgebiet im Mittelmeerraum gelingt es dem WWF, das erste Schutzgebiet für Wale in der nördlichen Hemisphäre zu errichten.
Der WWF veröffentlicht den ersten Living Planet Report. Der Report ist die weltweit bedeutendste wissenschaftliche Analyse zum Zustand der Erde und zum Einfluss menschlicher Aktivitäten. Er wird alle zwei Jahre neu publiziert.
Video: Focus-Online über den Living Planet Report 2010
http://www.wwf.ch/lpr
Mit der WWF Wood Group (heute: Global Forest and Trade Network) schafft der WWF Schweiz eine Plattform für Unternehmen, die sich zu einer nachhaltigen, umwelt- und sozialverträglichen Waldbewirtschaftung verpflichten. Nach ähnlichem Muster folgt 2006 die WWF Climate Group. Deren Mitglieder erklären sich bereit, ihren Energieverbrauch zu senken und mit ihren Produkten möglichst geringe CO2-Emissionen zu verursachen. Zur 2007 gegründeten WWF Seafood Group gehören Unternehmen, die ihre Fische und Meerestiere aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen und umweltverträglichen Zuchten beziehen.
Der WWF ist eine entscheidende Kraft bei der Entstehung des Kyoto-Protokolls, dem internationalen Klimaschutzabkommen. Dieses setzt erstmals verbindliche Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen: Gegenüber 1990 soll der Ausstoss bis spätestens 2012 um 5,2 Prozent gesenkt werden. Die Schweiz wird ihr Kyoto-Ziel kaum erreichen.
http://www.unfccc.de
Der WWF hilft bei der Gründung des Marine Stewardship Council (MSC), einer unabhängigen Organisation zur Zertifizierung von Fischereien. Das MSC-Logo auf den Fischprodukten garantiert, dass der Fisch aus geprüft umwelt- und bestandschonender Fischerei stammt.
http://www.msc.org
Die WWF-Kampagne zum Verbot der Förderung von Bodenschätzen in der Antarktis führt zum Verbot aller Öl- und Mineralförderung im gesamten Gebiet.
Schaffung des Walschutzgebietes im südlichen Ozean der Antarktis. Gemeinsam mit dem bereits bestehenden Walschutzgebiet im Indischen Ozean entsteht so ein 100 Millionen Quadratkilometer grosses Rückzugsgebiet für Grosswale, in dem kein Walfang erlaubt ist.
Die Alpeninitiative wird vom Schweizer Stimmvolk mit 52 Prozent Ja-Stimmen angenommen – gegen den Willen des Bundesrates und der Mehrheit des Parlaments. Damit wird der Schutz der Alpen vor dem Transitverkehr in der Bundesverfassung festgeschrieben. Die Verlagerung von Gütern von der Strasse auf die Schiene wird 1999 Teil des Verlagerungsgesetzes.
http://www.alpeninitiative.ch
Der WWF ist Mitbegründer des "Forest Stewardship Council" (FSC). Der Rat setzt Standards für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wald und vergibt Zertifikate. Das FSC-Label garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt, also mit Rücksicht auf Mensch und Natur gewonnen wird.
http://www.fsc.org
Am ersten Umweltgipfel in Rio wird das Übereinkommen zum Schutz der biologischen Vielfalt verabschiedet. Es ist das erste internationale Regelwerk, das die Erhaltung der Biodiversität als „Vielfalt der Arten, Gene und Ökosysteme“ festschreibt.
http://www.cbd.int/
Der WWF überarbeitet seine Strategie: Der Klimaschutz wird zum zentralen Thema. Das Strategiepapier fordert einen verringerten Verbrauch fossiler Brennstoffe.
http://www.wwf.ch/klima
Der WWF Schweiz hat bereits 132'500 Mitglieder - rund 20'000 mehr also noch vor zehn Jahren. Bild: WWF-Mitarbeitende am Hauptsitz in Zürich
Der WWF hilft mit, den Elfenbeinhandel zu stoppen: Am 17. Oktober 1989 beschliesst die internationale Artenschutzkonferenz CITES ein absolutes Handelsverbot für das "weiße Gold". In manchen Ländern führt das zu einer merklichen Erholung der Elefantenbestände.
Vor der Küste Alaskas läuft der rund 300 Meter lange Öltanker ExxonValdez auf ein Riff. 40'000 Tonnen Rohöl laufen ins Meer und führen zur damals grössten Ölpest der Geschichte.
Die Rothenthurm-Initiative wird vom Schweizer Stimmvolk mit grosser Mehrheit angenommen. Fünf Jahre zuvor hatte der WWF zusammen mit Pro Natura die Kampagne zum Schutz der Moore lanciert. In der Verfassung steht neu: „Moore und Moorlandschaften von besonderer Schönheit und gesamtschweizerischer Bedeutung sind geschützt. Es dürfen darin weder Anlagen gebaut noch Bodenveränderungen vorgenommen werden.“
Die Lagerhalle des Chemiekonzerns Sandoz im Industriegebiet Schweizerhalle bei Basel steht in Flammen. Das vergiftete Löschwasser gelangt in den Rhein, wo sich das Wasser plötzlich rot verfärbt und die Fische zu Tausenden sterben. Bild: Nach Schweizerhalle - der Rhein wird rot
Der WWF feiert seinen 25. Geburtstag gemeinsam mit Vertretern der fünf Weltreligionen: Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum. Gemeinsam gründeten sie die Alliance of Religions and Conservation (ARC), der seitdem auch die Bahai's, Jains, Sikhs, Shinto, Taoisten und Zoroastren beigetreten sind.
http://www.arcworld.org
Auf Initiative des WWF wird ein internationales Walfangmoratorium erlassen. Es stoppt den unkontrollierten kommerziellen Walfang und markiert einen der grössten Artenschutz-Erfolge der Umweltorganisation. Trotzdem werden bis heute jährlich rund 1500 Wale zu „wissenschaftlichen“ Zwecken gejagt. Video: Blauwal
Der WWF ändert seinen Namen, nicht aber seine Abkürzung: Aus dem World Wildlife Fund wird der World Wide Fund for Nature. Die Namensänderung ist Symbol dafür, dass aus der Artenschutz- definitv eine Umweltorganisation geworden ist.
Kampagne zur Wiederansiedlung von Adlern und Geiern in den Alpen. Speziell Jäger und Landwirte werden darüber aufgeklärt, dass etwa der Bartgeier zu Unrecht als Lämmergeier bezeichnet wird, da er ausschliesslich Aas frisst. Diashow: Bartgeier
Im Atomkraftwerk von Tschernobyl explodiert ein Reaktor, mehrere Tonnen hochradioaktives Material werden in die Umwelt geschleudert. Eine radioaktive Wolke zieht darauf Richtung Westen. Rund um das Kraftwerk werden tausende Quadratkilometer Land verstrahlt, zwei Millionen Kinder haben Strahlenschäden. Die grösste Umweltkatastrophe der Geschichte zwingt hunderttausende Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Video: Tagesschau vom 28.4.1986
Die zunehmende Luftverschmutzung führt ab Mitte der 70er Jahre in Mitteleuropa zu Waldschäden. Am 5. Mai 1984 findet in Bern eine Kundgebung mit 30'000 Teilnehmern zum Waldsterben statt. In der Folge werden Katalysatoren obligatorisch und das Schwefeldioxid in Heizöl muss reduziert werden.
Das Umweltschutzgesetz wird verabschiedet - zwölf Jahre nachdem der Umweltschutz in der Verfassung verankert wurde. Das Gesetz regelt unter anderem die Luftreinhaltung, den Bodenschutz, Abfälle und die Prüfung der Umweltverträglichkeit von Anlagen.
http://www.admin.ch/ch/d/sr/c814_01.html
Der WWF Schweiz und Pro Natura starten eine Kampagne zum Schutz der Moore. Mit der Rothenturm-Initiative, die im gleichen Jahr eingereicht wird, soll der Moorschutz in der Verfassung verankert werden.
Der WWF entwickelt die Weltnaturschutzstrategie zusammen mit der IUCN (Internationale Union für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen) und UNEP, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Der Begriff der „nachhaltigen Entwicklung“ wird erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt und zum zentralen Thema des Umweltschutzes.
Der WWF Schweiz hat 112'000 Mitglieder, zehn mal mehr als zehn Jahre zuvor. Besonders erfolgreich ist die Kinder- und Jugendarbeit.
Das Projekt zur Rettung des grossen Pandas steht am Anfang der Zusammenarbeit mit China. Mit Hilfe des WWF erforschen Zoologen Lebensweise und Biologie des Pandas, um Schutzmassnahmen zu ermöglichen. Ein Jahr später wird der WWF als erste internationale Umweltschutzorganisation nach China eingeladen.
Die Bewohner von Harrisburg (USA) engehen nur ganz knapp einer Katastrophe: Der Reaktor des nahen Atomkraftwerks gerät ausser Kontrolle, eine Kettenreaktion lässt den Kern schmelzen. 144 000 Menschen fliehen aus ihrem Zuhause. Video: CBS Evening News, 30. März 1979
1978: Dank einem Darlehen des WWF Niederlande kann Greenpeace ihr Schiff „The Rainbow Warrior" kaufen. Bild: Crew der Rainbow Warrior
Nach der Explosion in der Chemiefabrik eines Tochterunternehmens der Hoffmann-La Roche breitet sich eine Giftgaswolke aus Dioxin in der Gemeinde Sevso (Lombardei) aus. 2000 Personen erlitten schwere Hautschäden, 75000 vergiftete Tiere mussten getötet werden. Wegen Vertuschung des Unglücks wurde die Gemeinde erst 17 Tage nach dem Unfalls evakuiert. Das Zentrum von Seveso blieb während mehreren Jahren unbewohnbar. Bild: Kind mit Chlorakne nach der Seveso-Katastrophe
Der WWF International startet eine weltweite Kampagne zum Schutz der Meere.
Gemeinsam mit der Weltnaturschutzunion (IUCN) gründet der WWF die internationale Artenschutzorganisation TRAFFIC (Trade Records Analysis of Fauna and Flora in Commerce). Traffic überwacht den Handel von gefährdeten, wilden Tieren und Pflanzen und setzt sich für die Einhaltung des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) ein.
http://www.traffic.org
WWF lanciert die Tropical Rainforest Campaign. Duzende Gebiete in Zentral- und Westafrika, Südostasien und Lateinamerika werden dank der Arbeit und der Unterstützung des WWF als Nationalparks oder Reservate geschützt. Als eine der ersten Organisationen macht der WWF den Schutz der Regenwälder auch politisch zum Thema.
Höhepunkt der Proteste gegen das geplante AKW Kaiseraugst: 15 000 Personen besetzen das Gelände und behindern die begonnen Aushubarbeiten. Erst 1987 wird das höchst umstrittene Projekt von der Politik endlich fallen gelassen - aus wirtschaftlichen Gründen. In der über 20jährigen Planungszeit verschlang Kaiseraugst 1,3 Milliarden Franken.
Der WWF ist massgeblich an der Ausarbeitung von CITES beteiligt, dem Abkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Der Konventionstext wird nach dem Ort, wo er unterschrieben wurde, auch Washingtoner Artenschutzabkommen genannt. CITES verbietet den kommerziellen Handel von stark bedrohten Arten, inzwischen haben 175 Staaten das Abkommen unterzeichnet.
http://www.cites.org
Der WWF und die Species Survival Commission (SSC) der IUCN bewegen die Regierungen der fünf Arktisnationen zur Unterzeichnung der internationalen Eisbär-Konvention. Dadurch wird die Jagd auf Eisbären eingeschränkt und ihre Erforschung gefördert. Die Population der Eisbären erholte sich dank dieses Schutzabkommens von rund 5000 auf heute über 22000 Tiere.
Der Club of Rome veröffentlicht den Bericht "Die Grenzen des Wachstums". Kritik an Fortschrittsglaube und Wirtschaftswachstum wird salonfähig.
Der WWF Schweiz startet die Kampagne "Aktion Motor ab". Automobilsten werden aufgerufen, wann immer möglich den Motor abstellen, um die Luft rein zu halten.
Das Schweizer Stimmvolk befürwortet mit 93 Prozent (!) Ja-Stimmen, dass der Umweltschutz in der Bundesverfassung festgeschrieben wird. Der Umweltschutzartikel ist eine der ersten europäischen Bestimmungen dieser Art. Bald nach der Abstimmung werden zahlreiche Verordnungen zum Schutz der Umwelt und 1983 das Umweltschutzgesetz erlassen.
Der WWF spielt bei der Ausgestaltung der sogenannten «Ramsar Konvention» von Beginn an eine entscheidende Rolle. Die «Konvention für Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung», ist nach der iranischen Stadt Ramsar benannt, wo das Abkommen beschlossen wurde. Es ist eines der ersten Umweltschutz-Abkommen überhaupt und schafft die Rahmenbedingungen für eine internationale Zusammenarbeit. Bis heute sind knapp 2000 Feuchtgebiete in die Ramsar-Liste eingetragen, ihre Gesamtfläche beträgt rund 187 Millionen Hektaren. Inzwischen haben 160 Länder die Ramsar-Konvention unterzeichnet.
http://www.ramsar.org

