Sie war zwar nicht der Grund, weshalb Cohu sich trotz eines mehrwöchigen Tierarztpraktikums lieber für den Erwerb einer vollständig nutzlosen universitären Qualifikation entschied, aber trotzdem: die rektale Palpation gehört definitiv zu den weniger angenehmen Seiten der angewandten Veterinärmedizin. Der Betrachter ist sich hier regelmäßig unsicher, wer von beiden weniger zu beneiden ist: Patient oder Polyethylen-Handschuhträger? Besonders gilt das natürlich für die Übungsphase.
Wie das Leaflet dieses - leicht irreführend betitelten - "Besamungskurses für Rinder" informiert, trainierte man früher, bevor es zur "praktischen Übung am weiblichen Tier" ging, die "Palpation und Insemination am Schlachtorgan", also am Kadaver. Bitte, liebe Leser - damit diese Kuh nicht umsonst gestorben ist, stellen Sie sich das bildlich vor: wie die oberösterreichischen Herren Präsidenten, Doctores und Magistri Viehböck, Schlesinger und Miesenberger sich darum balgen, wer als nächstes das Kuhorgan befummeln darf...
Zu Übungszwecken waren tote Einzelteile verständlicherweise aber nicht ideal. Hier soll nun, wie Wired berichtet, die sogenannte "Haptic Cow" Abhilfe schaffen,
"...a virtual, touch-feedback device that mimics the feeling of real bovine anatomy, placed inside a fiberglass model of a cow’s rear end."
Vor allem unter Tierschutzaspekten ist das eine gute Entwicklung, denn:
"If a fledgling vet gets too rough and exceeds the number of Newtons considered safe by experienced vets, virtual Bessie will belt out a cautionary “Moo-oo!”"
An mehreren Veterinärausbildungsstätten im Vereinigten Königreich wird der von Sarah Baillie entwickelte bovine rektale Palpations-Simulator bereits erfolgreich verwendet. Das Modell soll nun auch zur Übung der Erkennung von Koliken am Pferd (der "Equine Colic Simulator" sieht so aus) und der Untersuchung besonders sensibler pelziger PatientInnen eingesetzt werden: Tiermedizin kann doch richtig putzig sein...
(Bild: Bundesarchiv)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=63ca7f6c-367e-4c41-a129-e6592da239d6
Vorübergehend!? Von wegen, seit Sommer warte ich drauf, liebe/r/s VIOLAS' (bevor jetzt wieder Beschwerden kommen, der Apostroph gehört da wirklich hin, vermutlich weil sich die wohlhabenden Eppendorfer wie alle Oberschichtsdeutschen so gerne im douleur exquise erboster Sickiaden ergehen). Jedenfalls, wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, usw usf., und hier der Lohn meiner Mühen:
Echte Hamburger Pfeffersäcke, die besten Sorten in frischester Qualität, Cohu-Flugimport aus der Hansestadt. Wenn man sich daran gewöhnt hat, damit zu kochen, versteht man, warum einmal ganze Wirtschaftsimperien um den Pfeffer herum aufgebaut waren: in guter Qualität ist er nämlich einer der potentesten Geschmacksverstärker (und man bedenke: damals gabs noch kein Natriumglutamat!)
Im Lokal Brodersen genoss ich übrigens auch noch das beste Wiener Schnitzel meines Lebens. Dabei ist es eigentlich bekannt für "original Hamburger Spezialitäten" (und wieder Achtung, Sickianer: ein Viertelgeviertstrich zuviel an dieser Stelle, und man landet hier!). Damit der bayerisch-österreichische Kulturraum diese Schande nicht mehr allzu lange auf sich sitzen lassen muss, darf ein Besuch bei Herrn Figlmüller jetzt nicht mehr lange aufgeschoben werden...
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=30a1e239-1561-468c-bc0e-f953dd57192c
Das hat schon einen Touch Verzweiflung, wenn man wie Cohu eine Handvoll (ok: ein gutes Dutzend!) Jahre nach Erreichen der Volljährigkeit noch versucht, ein Instrument wie die treue Fiedel zu erlernen. Wenn das Rosshaar mal wieder besonders missmutig quälend über den Stahl kratzt, liegt der Gedanke nah: "Zu spät! Alles zu spät! Ich kann vielleicht noch die Bogenhand lernen. Oder die Spielhand. Aber für beides bin ich einfach zu alt! Vielleicht doch Triangel? Oder Bratsche?"
Aber, liebe Leser, es gibt Hoffnung. Das hier war die Blues-Sängerin Alberta Hunter im zarten Alter von 28. Nicht schlecht - aber auch nicht das Tollste, was man je gehört hat.
Spulen wir doch mal ein halbes Jahrhundert - ja, fünfzig Jahre - vor in ihrem Leben und sehen uns an, was das bisserl Üben in der Zwischenzeit gebracht hat:
Und hier ist sie nochmal, mit einer unglaublichen Performance des Liedes "Two-fisted Double-Jointed Rough 'n' Ready Man" vier Jahre später - also im Alter von 86:
Ich kombiniere: es ist nie zu spät.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=e181b752-07f7-46a6-90f4-6a20085f4c22
Sich eine gruselige Szenerie auszudenken und einen hysterischen Artikel drüber zu schreiben gehört ja für Boulevardjournalisten zum täglichen Brot. In dieser Hinsicht ist der Artikel in der tz über einen "Gefährlichen Trend unter Kindern" nicht erstaunlich. Bemerkenswert ist eher: die erste stärkere Verbreitungswelle dieser ollen Kamelle gab es im Jahr 2003, und seitdem kommt es immer wieder zu Ausbrüchen der "sex bracelets"-Epidemie. Die haarsträubende Legende ist ursprünglich sogar noch älter, sie kam laut Barbara Mikkelson von snopes.com schon Mitte der 90er-Jahre vor. Einziger Unterschied: die Kinder werden bei jeder Nacherzählung jünger - in ein paar Jahren dürfte es (zumindest fiktiv) zu Geschlechtsverkehr in der PEKiP-Gruppe kommen. Eine ziemlich hartnäckige Story, die trotz mittlerweile jahrzehntelanger narrativer Traditionsbildung natürlich vollkommen erfunden ist.
Also mich persönlich würde es nicht wundern, wenn uns die tz demnächst von einem Mädchen aus einer zerrütteten Patchworkfamilie erzählt, das jahrelang von einer Gruppe kleinwüchsiger Männer als Sklavin gefangen gehalten wurde...
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=2e22506b-4c63-4153-8474-6a56b51721a8
Bei den Manschettenknöpfen sind die IT und ich gespaltener Meinung - ich find die ja ganz lustig. Der G.-Baron hat doch sicher auch Manschettenknepf (der Steinmeier übrigens auch, also bitte!). Wobei ich nach kurzer Google Image Search zur Überzeugung gelangt bin: hochgekrempelte Ärmel sind das stilistische Optimum und schlagen damit sowohl normale Knepf als auch Manschetten. Wie meine Stammleser wissen, liegt Cohu konstitutionsmäßig nichts ferner, als von politischen Sachfragen abzulenken, aber mal ehrlich: bei solchen Regulierern wären wir doch alle gern mal ein Finanzmarkt! Damit sofort zurück zu den Inhalten und ich bitte den Leser, folgende selbsttätig aufzurufen:
Videogruß Dr. Daniel Volk
...und dann abschließend darüber zu urteilen, ob während-der-Videogrußbotschaft-ans-Telefon-Gehen eigentlich
a) voll dynamisch leistungsträgermäßig ist, also eine megaproduktive Handlung eines Machers, der "den Karren zieht", Wachstum schafft und Umverteilung, Sozialleistungen etc. pp. damit überhaupt erst möglich macht, Baby, oder:
b) prätentiös und mega-unhöflich.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=3285d108-35ea-4ff2-8870-d532fb41995d
Klingt das nicht verlockend? Bewerben für eine solche "Launch Party" kann man sich hier.
Zur Aufklärung hier noch die total unzensierte Version des Videos...Achtung, natürlich NSFW für alle Leser, die was mit Medien (oder Linux) machen:
(Dieser Eintrag wurde übrigens geschrieben von einem Windows-7-PC. Aber es ist kein Sony Vayo, soweit ist selbst Cohu noch nicht gesunken...)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=d4fd322e-ec59-4a34-815e-7f25e3583e20
Dass Gemütlichkeit und Brutalität nah beieinanderliegen, ja, gar überlappen, des war schon immer so und wird nur Zuagroaste wirklich überraschen. Der kulturell wirkmächtigste Fall der subjektiven Wahrnehmungsunterschiede bzgl. zünftiger Wiesnstimmung war natürlich der hier:
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=1a004ba2-5d9e-4c8c-aa2f-ac38b786f253
Der nächste Beleg für Cohu's These zur Coolheit des Jodelns (Cohu berichtete): Wylie Gustafson. Dieser geborene Montanese (Montaner? Montanianer? Egal) in vierter Generation ist Jodler von Herzen, und in dieser Eigenschaft sogar Autor des Buchs How to Yodel: Lessons to Tickle Your Tonsils and Funnybone. In den ersten Sekunden dieses Videos über ihn wird dem geneigten Leser, so er denn seine Lautsprecher eingeschaltet hat, auch klar werden, warum Herr Gustafson - mit seiner zwar beeindruckenden, aber doch sicher nicht weltklassemäßigen musikalischen Begabung - auch weit über die Grenzen seines derzeitigen Wohnorts Dusty, Washington bekannt ist:
Der Yahoo!-Jodler ist sein einziger großer Hit - aber was für einer! 1996 bekam er laut NYT für seinen eleganten Falsettruf 590 Dollar vom Startup Yahoo. Zwei Jahre später fiel ihm auf, dass Yahoo inzwischen nicht mehr so klein war - und sogar einen Werbespot, mitsamt Marken-Jodler, beim SuperBowl untergebracht hatte (der begehrteste Werbeplatz der Welt, behaupten manche, auf jeden Fall eine Riesensache!). Gustafson bat, etwas erstaunt, um nachträgliche kommerzielle Beteiligung und bekam von Yahoo ein Angebot über sage und schreibe nochmal 590 Dollar - was ihn nicht gerade milde stimmte (Naja: Don't mess with Cowboys). Er verklagte die Firma wegen Urheberrechtsverletzung auf 5 Millionen Dollar und erhielt ein Vergleichsangebot unbekannter Höhe, das ihn aber jedenfalls zufrieden stimmte.
Wen das alles nicht beeindruckt und wer immer noch daran zweifelt, dass Jodler rocken, der kann Herrn Gustafson ja mal beim Kühehüten zusehen - ohne Zügel, wohlgemerkt.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=fb7aa015-2d05-4cab-8f56-85db2260660d
Mit der Cohu-spezifischen Schwäche für Ingenieurswissenschaften und technischen Erfindergeist dürfte der aufmerksamen Leser mittlerweile hinlänglich vertraut sein. Aber bei der folgenden Hammer-Meldung müsste ja eigentlich selbst der vergeisteswissenschaftlichste, linksbedaumteste Abstraktionsfetischist vor Begeisterung seinen tractatus oder, um mal den guten LW zu schonen, seinen Stapel aus zu Unrecht gemordeten Bäumen fallen lassen:
Wissenschaftler der TU München haben einen Klettverschluss aus Stahl entwickelt!
"Temperaturen über 800 °C oder aggressive Lösungsmittel sind kein Problem für "Metaklett" - und das bei einer Haltekraft von bis zu 35 Tonnen pro Quadratmeter bei Zug parallel zur Klettfläche. Senkrecht zur Klettfläche hält sie immer noch einer Zugkraft von sieben Tonnen pro Quadratmeter stand. Dennoch kann sie jedermann rasch und ohne jegliches Werkzeug lösen und wiederverschließen, wie einen Klettverschluss am Kinderschuh." (TUM-Pressemitteilung)
"Metaklett" hat auch eine eigene Website, und einen Stahl-Innovationspreis gewonnen (auf der Seite gibt es auch ein Filmchen mit Vorführung der verschiedenen Produktversionen: wmv). Wahnsinn.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=e599cc69-e144-4728-83de-904f3dd95900
...gibt es hier. Ich würde ja eigentlich den Narwal empfehlen, ist der nicht toll? Oder - Halt, Moment, noch besser! - den Beluga, äh sorry, ganz falscher Link, den Beluga meinte ich.
Cohu bleibt dabei: das Lustigste an der Vorwahlkampfzeit sind immer noch die Wahl-O-Mat-Ergebnisse (startet heute, angeblich). Mal sehen, was diesmal rauskommt.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=9b58efb2-5de6-445c-b790-9d412a793a76
Von wegen downsizing! Cohu war diesen Sommer ja gleich zweimal im Urlaub. Zuerstmal im reizenden Tirol. Geographischer Höhepunkt und metaphorischer Tiefpunkt: Besuch des Gletscherindustrieparks über Sölden. Ein Gletscher an sich ist schon ziemlich hässlich. Jaja, ich weiß schon, so ein Naturschauspiel muss man ja eigentlich toll finden, aber mal ehrlich:
Das sieht doch nicht gesund aus. Ekzem aus Eis quasi! Der Tiroler, geschmackssicher wie immer, begegnet dem natürlich entsprechend: neben zahlreichen Großbaustellen wird dort oben nämlich jährlich ein Riesenspektakel aufgeführt. Ringsgwandl-Fans denken bitte jetzt an die Stelle mit "mindestens 200 Opern-Elefanten", weil so in die Richtung geht das nämlich, Mega-Event, und es handelt (Elefanten gespielt von Pistenraupen!) von Hannibals Alpenüberquerung. Yes baby:
Eine durchschaubare Strategie, liebe Tiroler! Diesen ganzen Event-Schmarrn und die sonstigen Söldener Hässlichkeiten - inklusive zweier Tabledance-Bars namens Rodelhütte und haha, Hasenhütte - gibt es natürlich nur aus einem Grund. Nämlich, um unliebsame Gäste (hier nennt man die noch Fremde) aus dem ansonsten reizenden Tal fernzuhalten. Es funktioniert: alles vollständig hipsterfrei. Sonne und Bergluft in rauen Mengen, ohne nennenswerte Mengen von Konkurrenzreisenden. Eine derart wildromantische und zugleich liebliche Landschaft, dass sich sämtliche Cohu-Gemälde auf Anhieb als kitschiger Touristennepp verkaufen ließen (Achtung: aufstrebende Aquarellkünstler bitte nur in Industrieruinen malen lernen!). Also, Ötztaler, es braucht schon mehr als das Geschwür Sölden, um die schönheitsliebende Cohu aus Eurem Tal fernzuhalten...
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=259ea635-7196-4eee-abef-55fbc889e4ce
In der "Longlist" des diesjährigen Booker Prize findet sich u.a. das Buch "Me Cheeta: The Autobiography", die autobiographische Erzählung des berühmtesten Hollywood-Schimpansen aller Zeiten.
Ich darf nun, liebe Leser, darauf hinweisen, dass Eure Cohu - stets sozusagen am Puls der Zeit entlang trendsettend - schon im 2008er NaNoWriMo ein verdächtig ähnliches Thema bearbeitet hat: die Geschichte eines Affen, und zwar eines Schimpansen (!) der große Erfolge erringt (!) und davon in his own words erzählt. Cohus Buch ist zwar zugegebenermaßen weder gelungen noch veröffentlicht, aber eins muss man mir doch lassen: Ich hatte einen Riecher für das richtige Thema!
[Wer macht eigentlich dieses Jahr beim NaNoWriMo mit?]
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=b9f373d1-a4e1-4fd9-a0af-cf2a9da8cfc1
Streicht alle Fernsehduelle zwischen Merkel, Westerwelle, und wie heißt der Dings, dieser Dings, der Mann mit der Brille, also jedenfalls, alles streichen - wird doch eh gähnlangweilig. Strahlt vor der Wahl stattdessen lieber eine Aufzeichnung dieser Veranstaltung morgen am Nockherberg aus.
P.S. Passende Musik/Rahmenprogramm dazu hab ich auch schon mal rausgesucht:
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=446e41c9-5c63-4005-bf06-ddff52d2be6e
Auch wenn die Forschungsfragen in der Physik sich manchmal fast so universal anhören wie bei uns Philosophen ("Where did our Universe come from? What is it made of, what are the fundamental forces and structures?") - ist der Besuch des Forschungsreaktors in Garching letzlich doch um ein ganzes Stück interessanter als eine Ontologievorlesung. Hmpf, hab ich jetzt vielleicht doch das Falsche studiert?
Die Forschungsneutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz war zwar nicht in Betrieb, aber die ganze Anlage, inklusive dem unter Denkmalschutz stehenden legendären Atom-Ei (seit 2000 in Rente) lässt auch ohne Neutronenströme das Nörpelherz höher schlagen und reißt selbst die nuklearphysikalisch Unwissende zur Begeisterung hin. Wenn das Oxford University Museum den Titel "Cathedral to Science" verdient hat (Cohu berichtete), dann war ich heute wohl in der entsprechenden Megachurch to Science.
Prof. Dr. Peter Fierlinger war übrigens einer der (sehr netten) Führer durch die Anlage. Am aus geisteswissenschaftliche Perspektive geradezu schockierenden Kontrast zwischen Titel und Person merkt man ganz deutlich: Atom hält jung!
(Bild: Quarkstruktur des Neutrons. Arpad Horvath, Wikipedia)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=238c0282-97d0-41b1-9d02-635feb574bff
Just gestern hat jemand ca. auf (Cohu-)Augenhöhe an die Wand unseres Hausflurs im Eingangsbereich gekotzt, Pfützendurchmesser ca. 1 m. Und für morgen ist die Begehung unserer Baracke unseres herrschaftlichen Türkenstraßen-Anwesens durch die neuen Eigentümer geplant. Trifft sich doch gut, weil:
"Angestrebt wird klare Kosteneffizienz und die Nutzung von Optimierungsansätzen bei Einsatz von aktivem Property- und Asset Management." (#)
"Aktives Asset-Management" kann ja wohl nur heißen, dass die Herren einen Mop mitbringen...
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=eb21e2ee-e312-46e3-b016-c2baaa2d305f
Nein, also sowas! Am Freitag kauft sich Cohu das Buch "ABC des Angelns". Und einen Tag später schreibt die SZ, Angeln wäre der "neue Trend":
Angeln, das ist vor allem: stundenlang aufs Wasser starren und nichts passiert, sozusagen: meditative Besinnung. (...) Angeln: Das scheint zur Zeit einfach die stilvollste Therapie für die neue Lost Generation zu sein, die vor lauter Gewinnen und weißen Motoryachten das Verlieren fast verlernt hätte. (sueddeutsche.de)
Soso. Ich sage: grundfalsch. Nach meiner Lektüre des Angel-ABCs scheint es mir beim Angeln nämlich um ganz andere Sachen zu gehen als "stundenlang aufs Wasser starren und nichts passiert" und "Verlieren lernen". Ich muss das mal kurz erläutern:
Die SZ hat, wie so oft, was verpasst. Das Fischefangen ist nämlich längst nicht mehr Domäne der Dosenbierschlürfer und Achselhemdträger. Der heißeste Trend im Angelsport ist nämlich spätestens seit A River Runs Through It das Fliegenfischen. Jeder junge Angler, der heute ins Hobby einsteigt, träumt davon, mal wie Brad Pitt vor schmachtenden jungen Damen zu stehen, wenn er - haha - die Rute rausholt. Passiert am Karpfenteich ja eher nicht.
Der Fliegenfischer ist mit dem traditionellen Standardangler gar nicht zu vergleichen. Einen Großteil seiner Energie widmet er der Konstruktion und richtigen Auswahl der künstlichen Köder. Das sind bei ihm virtuos geschlungene Gebilde aus Haaren, Borsten, Federn und Draht, die bestimmte Futtertiere (z.B. Eintagsfliegen, ihre Larven oder Fische) täuschend echt nachbilden und sogar die launische Forelle zum Biss verlocken (s. Abb.).
Der Angler macht es sich dabei keineswegs im Klappstuhl gemütlich - beim Fliegenfischen, erklärt vielmehr mein Angel-ABC, geht es effizient zu - da "werden ganze Flüsse systematisch abgefischt." Der Jäger steht nicht wartend da, sondern wirft den verlockenden Köder immer wieder kunstvoll aus - imitiert dabei aus dem lockeren Handgelenk den Insektenflug -, bis die Grätentiere nicht mehr widerstehen können und zuschnappen. Ihr Verhängnis!
Und jetzt zur unvermeidlichen theoretischen Analyse dieses Phänomens, liebe Leser. Beim Fliegenfischen, dem Angel-Trendsport, lernt man nicht Verlieren - sondern Bescheißen. Man legt die schlauste und leckerste Beute aufs Kreuz: die fettesten Lachse, die köstlichsten Raubforellen. Und zwar mit Tücke und intelligent konstruierten, bunten und schillernden, in unglaublicher Vielfalt produzierten Attrappen.
Kam der herkömmliche Angler noch bieder daher wie eine Sparkassenfiliale, ist der heutige Fliegenfischer quasi der Bernie Madoff unter den Fischfängern. Die Trockenfliegen in ihrer unglaublichen Detailtreue und Diversität entsprechen den Swapderivaten, Rainbow Options und sonstigen für die Beute undurchsichtigen, hochkomplexen Finanzprodukten der letzten Jahre. Vom gierig zubeißenden Beutefisch bleiben hier wie dort nur ein paar Gräten und Flossen, zur großen Freude der rutenschwingenden Hochstapler.
Und dieses groß aufgezogene Bescheiß- und Verwirrspiel soll jetzt die Therapie der Lost Generation sein soll, liebe SZ? Na, ich weiß ja nicht. Scheint mir eher überholt. Übernehmt für Eure Stil-Seite doch lieber einen anderen "neuen" Trend, den neulich die NYT ausgerufen hat: Canning. Das grandiose Steckenpferd der Bohème der Weltmetropolen. Das moderne Bungeejumping praktisch, der Poetryslam von heute, so heiß wie Bikram Yoga und so spannend wie Slacklining. Und im Gegensatz zum teuren Angelhobby ist es wirklich rezessionstauglich. Die Älteren unter meinen Lesern werden es vielleicht noch kennen:
Es geht ums Einwecken.
(Bild: Wikimedia Commons)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=0b43c5da-655b-40c4-ba23-f86e1878fb33
Frau B. hat, wie so oft, recht:
"Aber irgendwie will man grad nicht um die Welt fliegen. Stattdessen werden Kind und Kegel und Luftmatratze ins Auto gepackt, die Räder hinten, oben, sonstwo angeschnallt und es geht los. Und nicht mal mehr zwingend übern Brenner. Slow down heißt ganz offensichtlich die Devise."
Auch bei Cohu keine Brennerüberquerung dieses Jahr. Es geht ins Ötztal, ins altbewährte tiroler Domizil mit Herrgottswinkel und Holzofen (den wir nicht brauchen werden, naja, hoffentlich!). Highlight: Besuche des Ötzidorfs und des Alpenzoos sind geplant, ebenso wie das Betrachten von wilden Forellen, eine Beschäftigung, die das Herz des Städters bekanntermaßen auch dann erfrischt, wenn er ohne Angelausrüstung anreist. Irgendwann lerne ich es auch noch, die Viecher mit der bloßen Hand zu fangen (doch, das gibts. Der Schotte nennt es "Guddling for Trout", Zitat " ....you're going to get wet and cold. Very wet and very cold. But the reward----")
Da wir zwangskosmopolitisierten Jungspunde aber doch nicht von einer Flugreise ablassen können (so lange wir noch dürfen!), gehts danach auch noch nach Irland (ebenfalls ein bereits bewährtes Cohu-Reiseziel). Diesmal allerdings nach Kerry. Auch da wird vermutlich kein wirkliches Exotik-Feeling aufkommen: der Ire ist ja, was Bierkonsum und Traditionsbewusstsein angeht, der Bayer der britischen Inseln. Auch das Wetter dürfte sich vom hiesigen nicht groß unterscheiden. Richtig so. Denn, wie Frau B. sagt:
"...der Erholungswert beim downslowen ist enorm."
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=e58798cb-4dc5-40d7-b245-8d45388d03af
Um 12:00 gabs nämlich auch noch den Programmpunkt "Autounfall" - beim Tag der offenen Tür der Feuerwache 4.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=5921d026-109d-413c-9fde-0bdd566062ce
"Wer auf einen "Brennpunkt" nach der "Tagesschau" gewartet hatte, wurde enttäuscht. Eigentlich unverständlich. Denn was, wenn nicht dieses Mega-Ereignis, hätte einen "Brennpunkt" gerechtfertigt? (Abendzeitung)
Berechtigte Frage - ich schätze, bei den Nachrichtenagenturen ließen sich an die 150 Meldungen finden, die einen Brennpunkt eher gerechtfertigt hätten. Andererseits: aus alter Brennpunkt-Tradition heraus muss man doch eigentlich immer einen Brennpunkt machen, wenn der Zeiger bis zum Anschlag auf "Alles, was wir wissen, kam grade schon in den Nachrichten" steht, nach dem Muster
Moderator: "Wir schalten jetzt zu unseren Korrespondenten nach X, der uns vor Ort LIVE vom Geschehnis Y berichten wird - Herr Z, können Sie uns hören...???"
(Knacksen und Rausche, Korrespondent Z, idealerweise abgerissen/mit einer beigen Korrespondentenweste bekleidet/unrasiert irgendwo rumstehend, mit der Technik und dem Schlaf kämpfend. Einige Minuten vergehen, bis die Leitung steht...]
Korrespondent Z: "JA - HALLO! - ALSO AUCH HIER IN XYZ BERICHTEN ALLE MEDIEN ÜBER DAS GESCHEHNIS Y - BIS JETZT KÖNNEN WIR NOCH NICHT MEHR SAGEN ALS... "
(Leitung bricht zusammen, Korrespondent spricht noch einige Minuten ohne Ton, zurück im Brennpunkt-Studio...)
Moderator: "Danke, in der anderen Leitung haben wir jetzt den Experten A, der seit Jahrzehnten mit ebendiesem Thema befasst ist - Herr A, ist es eventuell möglich, dass Ereignis Y sich so und so zugetragen hat????"
(Brüchige Telefonstimme, dazu ein Archivfoto von einem älteren Herrn)
Experte A (genervt): "Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es vollkommen spekulativ, irgendetwas darüber zu sagen, wie sich Ereignis Y zugetragen hat."
"Wir halten Sie auf dem Laufenden, liebe Zuschauer. Mehr aktuelle Meldungen zum Geschehnis Y gibt es im Brennpunkt um 21:15. Im Anschluss folgt die Serie "Die Landärztin"."
Das wäre ja wohl mindestens drin gewesen, oder?
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=621a0b0b-e242-4429-bcc6-31c824ed6a47
Finde ich in düst'ren Foren
ein Rezept für Bombenbau
fühle ich mich auserkoren
und notiere es genau.
Lese ich: "Fight on, White Power!"
ist die Toleranz dahin
Mein Umgangston wird deutlich rauer
weil ich jetzt ein Nazi bin.
Stoß' ich dann auf Porno-Kinder
werd' ich - Zack! - zum Bösewicht
Sind die Jahre noch so minder
Mich Zufallsnutzer stört es nicht.
Des Menschen Geist ist nicht verlässlich:
Krankes macht ihn ungesund
Sieht er Böses, wird er hässlich
angesteckt von Schmutz und Schund.
Für Netz-Hygiene tut drum alles
macht die dunklen Ecken hell
Und, im Falle eines Falles,
Verbietet schlicht HTML.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=15ce18c5-fc32-4f56-b3ab-cd8d5585543a
In der SZ stehen ja immer wieder ganz überraschende, aber doch mit apodiktischer Bestimmtheit vorgetragene Einsichten (etwa, dass über die Hipsterschwemme in der Maxvorstadt alle glücklich sind).
Besonders nett und politisch vielleicht ein bisserl relevanter ist aber das da:
"Ahmadinedschads Mehrheit"
Da schau her. Dann ging ja doch alles mit rechten Dingen zu - und das hat Herr Chimelli sogar schon vor zehn Tagen in markerschütternder, absoluter Sicherheit gewusst! Na dann. Revolution ist abgesagt, würd ich mal sagen. Geht's heim, es gibt nix zu sehen.
(Gefunden in der Hopfen-Post, dem Politikblog der AZ)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=3cb0bad5-2d8d-4e05-bca4-4c11a40ffdcc
Der Obertory David Cameron ist Cohu ja schon früher negativ aufgefallen durch sein "Vlog", das mit unglaubwürdigen Anbiederungsversuchen in Videoform in vollem Umfang das Adjektiv cringe-inducing verdient hat (Cohu berichtete, die damaligen Videos sind allerdings nicht mehr online, stattdessen erschreckt bei Webcameron jetzt ein monty-phythonesker "Mr.Pickles" den Besucher).
Jetzt gibt es Wirbel über eine Äußerung Camerons bei einer Veranstaltung zum Thema "ID-Card". Man muss wissen, dass es in Großbritannien traditionell keine persönlich identifizierenden Ausweisdokumente wie unseren Personalausweis gibt - bis vor ein paar Jahren hat das die wenigsten gestört, aber in Zeiten von schröcklichem Terrorismus ist das natürlich eine Sache, die der sicherheitsbewusste Brite nicht länger hinnehmen kann. Cameron versuchte nun, seine nachvollziehbare Abneigung gegen solche Plänezu mit einem flotten Witzchen zu erläutern. Personalausweise würden, so Cameron, nur dann Sinn machen, wenn es gleichzeitig eine Ausweispflicht gäbe. Wie unappetitlich das wäre, illustrierte er mit einem so schlechten deutschen Akzent, dass dieser (siehe Video) für den Uneingeweihten als solcher gar nicht zu erkennen ist: ""You take the dog for a walk at night and the policeman comes up and says 'Veer are yur papeers?'"
Abgesehen vom misslungenen Akzentimitat reicht dieser Pseudo-Witz ja nicht mal zum unterhaltsamen Nazivergleich: schließlich, ich darf den Leser daran erinnern, gibt es in Deutschland auch heutzutage zwar keine Ausweispflicht Ausweismitführungspflicht de jure, aber doch eine de facto, was jeder, der schon einmal mit längeren Haaren, dunklerer Haut (oder Männerrock) am Bahnhof rumstand, sicher bestätigen wird.
Schwach schwach also, das Ganze. In einer internationalen Arena von Witzbomben eines Kalibers von Berlusconi hätte dieser Cameron definitiv keine Chance. Wenn ich dagegen (was ich eigentlich hormonbedingt immer tue) an Boris Johnson denke...warum wird der, ebenfalls überzeugter Gegner der ID-Cards, eigentlich nicht Tory-Premierminister?
"I have to say that flattering though this suggestion is, I think it is highly unlikely that I would be called upon to serve in that office." Referring to a politician in ancient Rome who was working on his farm when summoned to take power, he added: "Were I to be called, like Cincinnatus, from my plough, obviously it would be a huge privilege to serve. But you may have a long time to wait. I am on record as saying I am more likely to be reincarnated as a hobbit or locked in a disused fridge." (telegraph.co.uk)
Dass die Briten in Wirklichkeit keinen so tollen Sinn für Humor haben, wie sie immer meinen, ist hiermit also abschließend bewiesen (erste Indizien dafür hatte Cohu ja schon hier gesammelt). Hätten sie wirklich einen Humor, die Briten, dann hätten Leute wie Schleimi Cameron und Trübtüte Brown überhaupt nichts zu sagen. Dann wäre BoJo nämlich schon längst nicht nur Londoner Bürgermeister, sondern dazu noch Premierminister, Oppositionsführer, König und natürlich Trainer der Fußball-Nationalmannschaft. Und einen deutschen Akzent würde er abstammungsbedingt auch ordentlich hinkriegen.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=a02cf56a-e272-424a-b594-9a00874359ee
Also wenn jetzt sogar schon die Spammer promoviert sind...
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=6a87bd6e-e45f-43ce-8996-b091c0005c2d
Cohu-Leser wissen: Firmensongs sind das letzte Rückzugsgebiet richtig authentischer, ernstgemeinter und technisch perfekt umgesetzter Musik (Cohu berichtete). Was aber Gazprom jetzt vorgelegt hat, ist wirklich nicht mehr zu toppen. Ob die Übersetzung dem russischen Liedtext entspricht, kann ich natürlich nicht sagen. Aber wenn ich Wodka tränke, würde ich jetzt definitiv einen auf russisches Gas heben:
(via Metafilter)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=3077d7a3-969d-4f66-a18b-1029822eb8a1
"This is Kev and his daughter Alice. They’re living on a couple of park benches, surviving on free meals from work and school, and the occasional bucket of ice cream stolen from a neighbour’s fridge. When you create a Sim in The Sims 3, you can give them personality traits that alter their behaviour. Kev is hot-headed, mean-spirited, and inappropriate. He also dislikes children, and he’s insane. He’s basically the worst Dad in the world. He is a horrible human being, but he’s also amusing to watch. (...) His daughter Alice is a kind-hearted clumsy loser. With those traits, that Dad, and no money, she’s going to have a hard life."
(Alice and Kev - the story of being homeless in The Sims 3)
Ich bin ja, angesichts dieser drolligen Spieloptionen, wirklich schwer versucht, mir diese neue Sims-Version zu kaufen. Wer weiß schließlich, wann das Spiel im Rahmen der neuen Offensive als "Killerspiel" verboten wird...Freigeben Ab 6 Jahren? Mitnichten beruhigend, liebe Eltern! Das machen nämlich Eure Kinderchen mit den netten kleinen Sims:
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=e11069eb-b2c0-459d-a1b3-39aac81c4236
...dass bei der Abenzeitung ein etwas übereifriger Volontär am großen roten Kommentarmoderations-Knopf sitzt? Ich gehöre nicht zu den Leuten, die Moderation einer privaten Seite für pöse pöse Zensur halten, aber wenn man mit großer Geste zu einer Userbefragung aufruft und schreibt:
"Was gefällt Ihnen in unserem Angebot, was sollten wir anders machen, was vermissen Sie? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen." (AZ - Helfen Sie uns, noch besser zu werden)
- und dann Kommentare, die sehr sachlich und freundlich auf Probleme hinweisen, immer wieder von der Seite löscht, spricht das nicht grade für ernst gemeinte Leserorientierung...
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=37a09c20-5c65-4695-82b8-6622aadbe9a9
In Großbritannien gibts, im Gegensatz zu Cohus Nachbarschaft, keine Biber, und das schon seit deren Ausrottung im 16. Jahrhundert. Dem will man nun abhelfen mit dem Aussetzen einer kleinen Gruppe dieser Tiere in Schottland und später auch in anderen Landesteilen. An sich ja nett, das rewilding, aber müssen es denn unbedingt baumfressende Nassratten sein? Großbritannien leidet schließlich bereits seit Jahrhunderten an einer scheußlichen Baumknappheit. Für die Beherrschung der Welt brauchte man Schiffe und für Schiffe Bäume ("each of Nelson's Royal navy war ships at Trafalgar (...) required 6,000 mature oaks", belehrt uns Wikipedia). Heute ist ein hübscher Wald daher die große Ausnahme im Landschaftsbild, erst recht im kahlen Schottland. Mal sehen, wie die Briten es verkraften, wenn das große Nagen losgeht. Zur Not gibt es ja noch die amerikanische Lösung zum Umgang mit Castor fiber:
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=80b2d5bf-1530-4779-b9e9-08e741406b53
Bekanntlich ist es hauptsächlich unser Bier, das den glorreichen Ruf unserer wunderschönen bayerischen Heimat weit über alle geographischen Grenzen hinweg verbreitet. Weltweit schätzt man das Lowenbrow, das Hofbrowhouse und das Octoberfest.
Aber dass ich erst über den Umweg eines nur in den USA erhältlichen, durchaus g'schmackigen Exportbieres namens "St Pauli" lernen durfte, dass Bremerinnen weit ausgeschnittene Dirndl tragen und einen Körperbau haben, den man eigentlich nur Bayerinnen zutrauen würde - wer hätte das gedacht?
(Hmmmm, die Bierfrau ist in Wirklichkeit weder Nord- noch Süddeutsche, sondern Slovakin, die nach kurzer Recherche zu großen Teilen in den USA hergestellt wurde. So ist das eben mit gutem Bier: in Bayern daheim, in der Welt zuhause.)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=86f7bcb6-e4e8-480b-9d43-530a85b7c884
Etwa durch Vermehrung der Unterschicht? I wo: es kommt noch viel schlimmer. Das Abendland (lies: bürgerliche Mittelschicht) geht für mich dann unter, wenn die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung allen Ernstes einen lobpreisenden Artikel über New Burlesque veröffentlicht:
Ein neues Phänomen ist in Deutschland angekommen: Burlesque. Das ist eine ironische Form des Strips, die auch Frauen gefällt. Es darf schlüpfrig sein, auch vulgär. Billig ist es nie. Und es wird viel gelacht. (FAZ.net)
Ach Gott. Als Akademikerin ist man bei diesem Fachblatt der upper middle class eh schon unter Reproduktionszwangs-Dauerbeschuss. Aber dass mir jetzt auch noch ironisches Strippen gefallen muss....
(Ich bin eine durch und durch amerikafreundliche und, wie der Ami so schön sagt, sex positive Person, aber Porno durch eine Comedymühle zu drehen, damit er am Schluss "ironisch" und "lustig" ist und - juhuuu! - dann sogar Frauen gefallen darf, jedenfalls in einem "ironischen" Sinne - das finde ich derart reaktionär und im schlimmsten Sinne amerikanisch-protestantisch prüde, dass es mich schüttelt. Die Idee kommt wohl aus der gleichen Ecke wie die Auffassung, die sexuelle Revolution der Siebziger hätte aus "Erotikkomödien" bestanden. Und Emmanuellefilmchen waren dann wohl feministische Propaganda. Na logo.)
(Bild: Josephine Baker, 1927, aus den Wikimedia Commons)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=13db559d-2f76-48b7-9ca5-414a55140b51
Leonard Cohen live in London, 18 Juli 2008. Und zwar das gesamte Konzert von 2 1/2 Stunden. Das Video gibt's aber nur für eine Woche: Hier.
(Bild: Rama/Wikemedia Commons)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=6901c713-7735-4794-bcb7-699ce48b104d
Die Bibliotheken des Vereinigten Königreichs sind weltbekannt und wunderschön (wobei es natürlich auch hässliche Ausnahmen von der Regel gibt, wie diese Bruchbude). Die Bibliothekskunst auf der Insel war jahrhundertelang absolute Spitze. Wenn man in relevanten Bestandszahlen und nicht in Regalkilometern misst, ist die British Libary angeblich sogar die größte Bibliothek der Welt, und wenn die, wie ihr Chef fordert, jetzt dann bald auch noch das gesamte Internetz archiviert, wird das wohl auch in Zukunft so bleiben.
Und was machen die Briten mit dieser Tradition? Fangen natürlich an, in ihren Bibliotheken grauenhafte Dudelmusik abzuspielen. Die pensionierte Oxford-Dozentin Doraine Potts ist erschüttert:
"I was trying to choose a book in my local library but I just couldn't concentrate. That's how loud it was. The beat was just thumping away." (telegraph.co.uk)
Andernorts werden angeblich sogar Speisen und Getränke sowie Handys im Lesesaal geduldet. Der nächste logische Schritt für die britischen Bibliothekskultur: Gorillas an der Buchausgabe!
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=6fef404a-025d-44c7-ab14-7eb4fe98bda2
Dass die heutigen Teenager fast ausschließlich mit Schuleschwänzen, Alkopops und Schwangerschaften (in genau dieser Reihenfolge) beschäftigt sind und auch sont nichts Gutes im Schilde führen, ist ja an sich nichts Neues.
Dass aber jetzt schon zarte, unschuldige Kindergartenkinder mit einer Bilderbuchreihe namens "Frag doch mal..." eiskalt an Killerspiele herangeführt werden sollen... schockierend! Von der Leyen, übernehmen Sie!
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=314bdcb6-b8df-4f72-8e86-98f3649024b3
Also ich hoffe, dass die EU nicht dahinterkommt, dass Cohu ein böses, böses, energiefressendes dual display verwendet...wo doch jetzt die IT-Branche den Stromverbrauch um 20% senken soll...und wenn die erst der Cohu-IT dahinterkommen, ich möcht gar nicht dran denken! Da sind Strafzahlungen zu erwarten.
Jetzt (praktisch zur Ablenkung) noch ein Vorschlag für die EU: wie wäre es, wenn alle EU-Dokumente die supertolle Toner- und damit energiesparende "Ecofont"-Schriftart verwenden ("spart 20% Toner durch Aussparen von Druckbereichen")? Ach, was red ich: warum stellen wir nicht gleich ganz Europa auf diese Schriftart der Zukunft um? (Funktioniert übrigens auch auf dem Bildschirm, durch Pixelsparen!)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=14acb0aa-ad17-46f2-97ab-91fd0fd8b347
"Aufgabe der ISAF ist die Unterstützung der gewählten Regierung Afghanistans zur Herstellung und Aufrechterhaltung eines sicheren Umfeldes in Afghanistan. In erster Linie soll so der Wiederaufbau Afghanistans, die Etablierung demokratischer Strukturen und die Durchsetzungsfähigkeit der frei gewählten Zentralregierung vorangetrieben werden." (Wikipedia: ISAF)
Diese gewählte Regierung Afghanistans versucht mittlerweile, ein Gesetz zu verabschieden, wonach:
- das Sorgerecht für Kinder grundsätzlich nur Vätern oder Großvätern zugesprochen werden kann
- es keine Vergewaltigung in der Ehe mehr gibt, da Frauen zu Sex verpflichtet sind
- Frauen das Haus nur mit Erlaubnis ihres Mannes oder Vaters verlassen dürfen
Eine afghanische Parlamentarierin bezeichnet das Gesetz als "schlimmer als die Taliban". Das alles steht im Guardian. Die deutschen Medien scheinen sich nicht so sehr dafür zu interessieren - obwohl über eine geplante Aufstockung des deutschen Kontingents und die damit zusammenhängenden diplomatischen Verwicklungen überall in epischer Breite berichtet wird.
Ich habe zum Afghanistan-Krieg keine wirklich gefestigte Meinung, weiß auch insgesamt nicht, was ich von der deutschen Beteiligung halten soll. Bin da einfach unentschieden. Aber, ernst gemeinte Frage: Warum wird es nicht als massives Problem wahrgenommen, dass Deutschland eine Regierung militärisch unterstützt, die eine große Gruppe der Bevölkerung offiziell entrechten will? Warum diskutiert diese Frage niemand?
(P.S.: Eigentlich wollte ich das mit dem Video einer traditionellen afghanischen Sängerin illustrieren. Leider ist sowas - von wenigen im Exil lebenden Ausnahmen abgesehen - schwer aufzutreiben: Frauen, die öffentlich musizieren, bekommen noch immer Todesdrohungen. Die Taliban versuchten ja bekanntlich, alle nichtreligiöse Musik zu unterbinden, und Musikerinnen waren ihnen natürlich ein besonderer Dorn im Auge. Ein hochinteressanter Film über ein Projekt zur Rettung traditioneller afghanischer Musik findet sich hier. Auch, wenn ihre "Freiheit" mittlerweile mehr als sieben Jahre andauert, dürfen wir der im Film gezeigten Musikerin beim Singen nicht zusehen: ihr Gesicht ist gepixelt. Das im Film vorgestellte Afghan Music Project kann man durch den Kauf von Musik unterstützen.)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=4df4fd9b-5f59-4101-a4ed-321ecc4330e0
Das Buch "Schwester Helga - Du maximierst mein Glück: Der Arztroman zur Mikroökonomie" versucht angeblich, die Welten von Romantik und Mikroökonomie durch Humor zu vereinen. Einen Trailer (ne, echt) und eine Website gibts von dem Buch auch schon. Also mal ernsthaft: ist mein Humorzentrum irgendwie blockiert oder wirkt das einfach wahnsinnig... unwitzig? In der FTD erklärt der Autor seine Motivation:
"Bei meinem VWL-Studium habe ich mich wie viele Kommilitonen an der Mikroökonomie gerieben", sagt Hönscheid. "Das ist ja ein grundlegendes Fach, doch es wird leider sehr dröge präsentiert: sehr mathematisch, sehr abstrakt - und völlig unerotisch." (FTD.de)
Lass mal, bevor ich mir eine schlechte Parodie auf eine schlechte Parodie von Mikroökonomie in Form einer schlechten Arztromanparodie reinziehe, lese ich ja noch lieber "The Mathematics of Marriage: Dynamic Nonlinear Models" von James D. Murray. Dieser genialische Brausekopf hat in seinem langen Wissenschaftlerleben laut Wikipedia unter anderem die Biomechanik von Schleudersitzmechanismen, Narbenbildung, Tumore, das Entstehen von Fingerabdrücken und die Territorien von Wölfen untersucht. Und es dann in Angriff genommen, die Ehe als mathematisches Modell nachzubilden. Scheint jedenfalls, was das Wesen dieser Institution angeht, schon mal in die richtige Richtung zu gehen:
"Unter dynamischen nichtlinearen Systemen versteht man solche, die auch Speicherelemente besitzen. (...) Die Systemantwort hängt somit auch von der Vorgeschichte, also von der Stärke der vorangehenden Erregung ab." (Wikipedia)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=21508d1d-34d6-49e6-897b-04c427195132
Es gibt zwei Dinge, die die deutsche Presse über alles liebt:
1. "Neueste Ergebnisse amerikanischer Top-Wissenschaftler" und
2. "Beweise dafür, dass Amis total doof sind"
Wenn man beides in einem haben kann, ist es praktisch unmöglich, zu widerstehen. So ging es wohl auch sueddeutsche.de, wo man behauptet: "Eine Studie zeigt, dass die Bewohner konservativer US-Staaten häufiger Internet-Pornos anschauen als die demokratischen - die roten Staaten sind die Rotlicht-Staaten."
Aha, soso. Den leidgeprüften Leser dieser Publikation wird es nicht überraschen, dass genau das aus Herrn Edelmans Studie natürlich nicht hervorgeht. Vielmehr zeigt sie lediglich, dass Menschen aus red states eher dazu neigen, für Pornos zu bezahlen (ausschlaggebend waren nämlich Kreditkartendaten).
Das wiederum könnte schlicht daran liegen, dass die roten Bundesstaaten einen höheren Altersdurchschnitt haben, und dass ältere Herrschaften nicht wief genug sind, an kostenloses Amüsiermaterial zu kommen. Zum Beispiel. Aber "Alte Leute können nicht googeln" wäre halt bei weitem keine so gute Schlagzeile wie "Der Porno der Prüden".
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=b5fd8956-6bd2-46fb-91df-0e2e09fc3342
I'm not a fan of cheap porn and I don't have a fetish for bountiful airbrushed women. But I am an admirer of Playboy. (Brett Popplewell, "When Playboy ruled the world")
Wem's ähnlich geht, der kann im Playboy Archive in alten Playboy-Ausgaben stöbern. Lohnt sich schon der drolligen Reklame wegen. Und keine Angst: pornographisch gesehen harmloser als die meisten Werbeseiten z.B. im SZ-Magazin.
(Übrigens eine der vielen Gelegenheiten, bei der Cohu sich über ihren neuen vertikal stellbaren Monitor freut, auf den eine senkrechte DINA4-Seite passt.)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=df9baea8-ed3b-4615-ba90-aaec7e3dea28
Und als ich des Paradieses verschlossene Türe
Mit der Primel, dem Himmelsschlüssel, berühre,
Neiget das Blümlein das Haupt, und spricht:
Zu frühe erblüht ich, ich öffne noch nicht;
Mich hat das Feuer gelocket und das Gift begossen,
Ich habe das Licht nur geahndet und bin gestorben.
Aber vor des Himmels Türe, die noch unerschlossen,
Hab um guten Willen ich eine Stelle erworben.
(aus Clemens Brentano: Die Gründung Prags)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=9625af6b-e0ac-491d-87b8-cb976b9cacfd
Hölle ist für jeden etwas anderes. Meine persönliche Hölle sähe so aus: für alle Ewigkeit eingesperrt in einer riesigen Bibliothek, die Regale über und über mit Büchern beladen. Zentnerweise, kubikmeterweise, kubikkilometerweise Bücher. Ein gemütlicher Ohrensessel dazu und eine feine Leselampe. Und alle diese Bücher wären von: Paulo Coelho.
Aber eines muss man ihm lassen: er ist ein Meister der Selbsterkenntnis. In seinem Guardian-Interview zu seinem neuesten Buch, das er übrigens innerhalb von zwei Wochen geschrieben hat, sagt der Brasilianer:
Writers are lampposts and critics are dogs. Ask lampposts what they think about dogs. Does the dog hurt the lamppost?
Ich persönlich bin lieber ein Hund als ein...Pfosten.
(Bildausschnitt: Hortus Deliciarum, 12.Jahrhundert. Wikimedia Commons)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=869bc465-44c1-4720-8738-7d696756ad74
Das EU-Parlament startet zur Europawahl erstmals eine gemeinsame Kampagne für alle Mitgliedsstaaten.(...) Ergänzt werden die Plakate durch (...) interaktive "Eurostudios". In diesen einem Fotoautomaten vergleichbaren Boxen können Bürger Videobotschaften an die EU-Abgeordneten aufnehmen, die dann auf Großbildschirmen vor dem Europaparlament und der EU-Kommission ausgestrahlt werden sollen. (news.orf.at)
Gibt es etwas, was die inzwischen höchst zweifelhafte demokratische Legitimation der EU besser verbildlichen könnte als Big-Brother-mäßige Videokabinen, in denen verzweifelte Bürger Botschaften an ihre Volksvertreter absetzen? Wohl kaum. Wirklich anschaulich umgesetzt, die Tatsache, dass man als Wähler auf die Abläufe in Brüssel keinen nennenswerten Einfluss mehr hat, und somit schon auf Notmaßnahmen wie Großbildleinwände vor dem Parlament zurückgreifen muss - bravo, Scholz&Friends, ich habe herzlich gelacht! (Fatal wäre es natürlich, wenn das EU-Parlament das ernst meinen würde. Aber so weit wird es ja wohl noch nicht gekommen sein - da bin ich mir ganz sicher.)
Bravo übrigens auch zur Wortschöpfung "Eurostudio". Es ist ja insgesamt ratsam, das Wort Videokabine in seriösen Kontexten zu umschiffen. Denn diese einstmals höchste Modernität verheißenden Kubikel sind inzwischen total von Gestern - allen erzkonservativen Rettungsversuchen aus Reihen der Union zum Trotz....(s. 00:45)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=4f35d207-2b08-40a2-a3e9-53735bac20ea
Was macht man an einem ungemütlichen, einsamen Freitag dem Dreizehnten? Richtig - man wirft einen Blick auf die Dunkle Seite...einen Blick auf die Abgründe der Zivilisation, auf den Schrecken, ja - auf das Böse selbst. Letzteres ist bekanntlich banal, der Weg zu ihm führt daher estmal in den Tengelmann. Man weiß, man ist auf dem richtigen Weg, wenn schon die Kassiererin beim Einscannen fragt: "Igitt! Wollen Sie das echt essen - das sind ja...iiiiiih!"
[An dieser Stelle hat sich der Leser einen Soundtrack vorzustellen, in etwa so wie Track 17]
In Salz- und Essiglake eingelegte gekochte Eier. Simpsonsfans werden sie aus Moe's Bar kennen, wo sie wohl schon seit den siebziger Jahren in einem großen Glas auf der Theke stehen. Soleier sind in unserer entfremdeten Zivilisation der Inbegriff des Abstoßenden - das kann man schon daran sehen, wieviele Hundertschaften von verwirrten Teenagern Videos von "Pickled Egg Challenges", also Soleier-Mutproben, auf die Tube stellen. Diese Dinger müssen ja geradezu unvorstellbar widerlich sein - aber wir lassen uns nicht abschrecken, so schlimm wirds schon nicht werden (bei der chinesischen Variante kneifen ja sogar die Furchtlosesten!). Aber gut, das kommt natürlich für Cohu nicht in Frage. Nach kurzer Geruchskontrolle flugs eins der Eier rausgeholt - ich hatte ja eher so eine wabbelige Kuh-Augapfel-Konsistenz und -Größe erwartet...
...aber das Ei ist erstaunlich fest und sehr klein. Vermutlich die gleiche optische Täuschung, die Fische, durch die Wasseroberfläche betrachtet, ein gutes Drittel größer aussehen lässt, als sie es tatsächlich sind (sog. Hemingway-Effekt). Aber nun zum Entscheidenden:
Hm. Ein ganz normales, allerdings sehr bissfestes, gekochtes Ei, das ein wenig nach Essig schmeckt. Etwa so, als hätte es ein paar Stunden in einem Kartoffelsalat gelegen.
Das Böse ist in der Tat sehr banal. Fazit: harmlos, aber teuer. Fünf Eier kosten nämlich etwa sechs Euro. Aber das ist auch schon das Schrecklichste an ihnen.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=ab844fad-a370-49c9-be02-e347b5cd8ccd
Bei "Jogging mit Mozart" noch ernsthaft darüber nachgedacht, ob sich diese Musik vielleicht wirklich besonders gut zum Joggen eignet. Hasse Mozart, geschieht ihm daher nur recht, dass leicht aus der Form geratene, frisch geschiedene, hormongebeutelte Mittsechziger- und Siebziger sich die CD in ihren Discman (?) legen, um exakt einmal joggen zu gehen und dann nie wieder (weil, Sportwagen kaufen zur Auslebung der Midlife-Crisis ist doch weniger anstrengend und durch Abwrackprämie gefördert, außerdem ist Discman zum Dauerlauf ungeeignet) - Also: Ja meinetwegen, gerne, Jogging mit Mozart!
Bei "Walking mit Wagner" aber nur noch gelacht.
(Es ist allerdings nicht so, dass es bei diesem vorzüglichen Drogisten mit den Kentauren im Logo nur Scherzartikel gibt - als Geschenk verehrte man Cohu neulich die großartige "Banabox" [s. Abb.], auch aus dem Sortiment des Pferdemenschen. Ehrenplatz im Tupperregal!)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=f682c77f-567b-4eec-b8e5-b6d2404878eb
"Typically the longer you listen to it, the more annoying it gets." - dem kann ich allerdings nicht zustimmen, nach etwa 30 Sekunden höre ich den scheußlichen Ton überhaupt nicht mehr. Gnade des Alters. Empfindlichen Gemütern, die schon durch das Tippen von Bürokollegen oder ihr ständiges Musikhören (jaja, liebe IT!) aus dem Konzept gebracht werden, empfehle ich simplynoise.com, einen White-Noise-Generator mit ungleich angenehmerem Output. Das Weiße Rauschen wird von den Amerikanern auch gerne als Einschlafhilfe für jung und alt genutzt - was auf dem Kopfkissen hilft, kann am Schreibtisch nicht verkehrt sein! (siehe auch)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=01e80e3b-a164-4cb1-ac8e-c6bc2545c6c4
Auch die hartgesottensten (am härtesten gesottenen?) Nicht-Familienmenschen werden sich beim Anblick eines solchen Mungohügels überlegen, ob das nicht eine ziemlich gute Art ist, Sonntagnachmittage zu überstehen. (1,37 reichen für einen bequemen Haufen aus Blutsverwandten allerdings nicht aus, da muss man sich dann eher an den Duggars orientieren.)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=c4e64669-f1af-4b59-b7e2-3055d822ad88
In Europa tobt ein Kampf. Nein, nicht um bodenlose Banken oder Wirtschaftsprotektionismus, sondern um wirklich wichtige Dinge: Ist Schnee gut oder schlecht?
In solchen grundsätzlichen Wertfragen wendet sich die Bourgeoisie traditionell an konservative Führungspersönlichkeiten, Bohemiens dagegen überlassen Wertdissense lieber Komödianten, Lebenskünstlern bzw. Irren. Wer wäre also qualifizierter als der Londoner Bürgermeister Boris Johnson - Konservativer und Spitzenhallodri in Personalunion -, die Frage nach dem Schnee ein für alle mal zu beantworten? Hört, hört:
"There's no doubt about it, this is the right kind of snow, it's just the wrong kind of quantities."
Geradezu salomonisch, dieser Boris, und ich schließe mich seinem Urteil vollumfänglich an.
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=16f81609-2e7f-47e4-84fc-79cabb9a6ecc
Schon vor einiger Zeit widmete die in einem fast vollständig roten Schreibtischhabitat lebende Cohu der Frage "Ist Rot die Farbe der Sieger?" einen Artikel. Ergebnis: die Wissenschaft ist, wie bei eigentlich allen relevanten Fragen, gespalten. Zwar gewinnen Sportler mit roten Trikots überdurchschnittlich oft Turniere (das sagen Anthropologen und Bayernfans), aber wer Intelligenztests absolviert, schneidet, von roten Farbeindrücken beeinflusst, eher schlechter ab (das sagen Psychologen).
Die NYT berichtet heute von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in dieser Angelegenheit. Ein roter Farbeindruck, so eine neue Studie, kann auch leistungsverbessernd wirken, allerdings nur bei einer bestimmten Art von Aufgabe:
"In the study, published Thursday on the Web site of the journal Science, researchers at the University of British Columbia conducted tests with 600 people to determine whether cognitive performance varied when people saw red or blue. Participants performed tasks with words or images displayed against red, blue or neutral backgrounds on computer screens."
Red groups did better on tests of recall and attention to detail, like remembering words or checking spelling and punctuation. Blue groups did better on tests requiring imagination, like inventing creative uses for a brick or creating toys from shapes.
“If you’re talking about wanting enhanced memory for something like proofreading skills, then a red color should be used,”
Das, liebe Leser, erklärt wohl, warum Cohu zur Zeit so fleißig vor sich hin korrigiert, aber so wenig bloggt. Zur Abhilfe schenke man mir blaue Vorhänge.
(Übrigens: wer nur genug Rot im Herzen trägt, kann sogar in wenig vorteilhaften Dunkelazurblau phänomenale Tore schießen.)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=212cd657-924e-4c19-80d6-a9a7e2416ff0
Nur mal als kleine Erinnerung: der Vatikan hat schon ganz andere Leute nicht exkommuniziert. Ja, mag da der unbedarfte Ungläubige oder Protestant fragen, was muss man denn dann noch anstellen, um exkommuniziert zu werden?
Schreckliches, Unaussprechliches!
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=23840def-eebe-4a13-b71b-9ff420825bfa
"Don't be evil"?
Von wegen!
[Jessas, endlich ist es so weit. Schon lange wartet Cohu auf eine Gelegenheit, ihren Lesern die wichtige Information mitzugeben, dass die Geschichte vom süßen Bambi vom gleichen Autor stammt wie die tolldreisten Abenteuer der Josefine Mutzenbacher (ein Werk, das ich selbstverständlich nur aufgrund meiner juristischen Vorbildung kenne).]
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=2b8ec2fb-97af-41e8-8d2d-91f841f793ed
Den plötzlichen Wintereinbruch überlebt, Vladimirs Gasstreik überstanden, und jetzt das: im herrschaftlichen Anwesen, in dem Cohu's Hauptquartier liegt, hats die Heizung zerrissen. Gestern ein letztes Aufbäumen der Heizanlage mit poltergeistig dröhnenden Rohren und zischenden Radiatoren, und jetzt: alles kalt.
Ein passender Zeitpunkt vielleicht, um sich über den Forschungsstand der Kryonik zu informieren. Schockiert festgestellt, dass auf deutschem Boden so etwas gar nicht möglich ist. Dabei das reizende Wort Friedhofszwang gelernt. Zusammenfassend: die Kryotechnologie ist schon weit entwickelt, es hakt nur noch beim Auftauen. Also doch zu Menschen mit Heizung gefahren.
(Clip aus "Onkel Paul, die Große Pflaume", aka Der Familienschreck aka Die Giftnudel aka Louis taut auf aka Louis, der Giftzwerg aka Der Schläfer aka Der Winterschläfer und, besonders nett: Il Nonno Surgelato, nicht zu verwechseln mit dem Nono Risorto)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=8eca3dd5-752e-4af7-911d-fab33cf624f7
Jahrzehntelang gänzlich unbeobachtet am Schreibtisch schmoren und sich in der viel zu kurzen Mittagspause dann auch noch von den Kollegen Tesa und Traube-Nuss aus der Schublade klauen lassen? Eine wahre Horrorvorstellung, wie schon Jeremy Bentham wusste!
Hier kann man sich zur Abhilfe eine schöne Überwachungskamera aus Papier basteln. Derart sicherheitstechnisch ausgerüstet kommt man sich 1. wesentlich wichtiger vor und 2. schützt den Arbeitsplatz vor diebischen Elstern. Ein voller Erfolg!
(Bild: Deutsches Institut für Normung/Wikimedia Commons)
http://www.cohu.de/article.aspx?Id=acacce81-5deb-4500-bc22-504a5a0ae56e

